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Zur Zeit arbeiten Mit-Jesuiten von mir in Basel, Bern, Genf, und Zürich als Hochschulseelsorger. Mit Plakaten, einem gewinnenden Internet-Auftritt und anderen Werbeflächen (in Basel, Bern und Zürich auch mit eigenen Häusern) wollen wir, zusammen mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, ein freundliches, einladendes Antlitz der Kirche zeigen. Dabei zählt jede, auch die unscheinbarste Begegnung. Tiefschürfende Gespräche mit Studierenden führen wir manchmal im Gang der Universität, im Kraftraum oder an einem Fest. Daneben suchen Studierende zuweilen ein Gegenüber, das in aller Diskretion eine Aussensicht bietet, wenn eine Beziehungsfrage zu klären, eine Entscheidung zu fällen oder Prüfungsstress abzubauen ist. Manchmal wollen Studierende beichten. Oder sie suchen eine Spiritualität, welche trägt. Oder sie möchten ignatianische Exerzitien machen. Wenn möglich führen wir die jungen Menschen dann näher zum mysterium ihrer Existenz und zum mysterium dessen, der alle Wege mit uns geht. Studierende lernen an der Universität, einen Text oder eine Frage aus verschiedenen Blickwinkeln zu beleuchten. In unseren Häusern können sie das Gelernte anwenden. Bei uns müssen sie den Verstand nicht ausschalten, sondern können jede Frage, auch jede theologische Frage in guten Treuen kontrovers diskutieren. Die Hochschulseelsorge soll ein Ort der Begegnung sein, an welchem auf christlicher Basis die vorurteilsfreie Auseinandersetzung mit der Gegenwart gesucht wird. Das heisst, wir versuchen, drängende Zeitfragen in ihren verschiedenen Aspekten intellektuell redlich zu beleuchten. Zu diesem Zweck veranstalten wir Vorträge, Podiumsgespräche, cafés philosophiques und Gesprächskreise, manchmal auch zusammen mit anderen universitären Institutionen. Selbstverständlich stehen wir dabei in der Tradition Jesu, der den Menschen seiner Zeit bis in deren tiefsten Abgründe konsequent nachging und wegen seiner grenzenlosen Liebe zu ihnen ermordet wurde. Selbstverständlich bieten wir Orte an, in welchen es möglich ist, Gott zu erahnen und sein Geheimnis zu feiern. Und selbstverständlich gestalten wir diese Feiern so, dass sich Studierende aus den verschiedenen Fakultäten besser kennenlernen und Suchende und «Gwundrige» dabei Gemeinschaft erleben können. Hochschulseelsorge ist also geduldige Beziehungs- und Hoffnungsarbeit zwischen Kapelle und Kraftraum. Damit sie gelingt, braucht es eine harmonierende Equipe, überdurchschnittlichen Einsatz vieler Beteiligten, menschliches, ökumenisches und zunehmend interreligiöses Feingefühl, Klugheit und Kreativität, spirituelle Verankerung und Geistesgegenwart und immer wieder das Zusammentreffen günstiger Umstände. Im besten Fall kann Hochschulseelsorge dann im Stillen oder im Scheinwerferlicht Selbsterkenntnis, Gottesbegegnungen und Kirchenerlebnisse ermöglichen, von denen Einzelne oder grössere Gruppen ihr ganzes späteres Leben zehren werden.
Franz-Xaver Hiestand SJ, Luzern
Links der Hochschulseelsorgen: > Katholische Universitätsgemeinde Basel > Hochschulseelsorge Luzern > Aki Zürich
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